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Menschen sitzen auf dem Boden und auf Stühlen und lesen in Stasi-Beispielakten.
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Rückblick: Lange nacht der Museen

Stasi-Akten lesen

Gut besucht war das Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale in der Langen Nacht der Museen. Besucher konnten in Beispielakten lesen oder an einer der vielfältigen Führungen teilnehmen. Besonders beliebt war die Taschenlampenführung.

Zur Langen Nacht der Museen startete die Ausstellung "Einblick ins Geheime" mit ihrer Sammlung von Beispielakten. Im Erdgeschoss von "Haus 7" in der "Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie" konnten Besucherinnen und Besucher komplette Vorgänge einsehen, die in der Ausstellung in Auszügen gezeigt werden. Interessierte hatten so die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von der Vielfalt der Stasi-Überlieferungen zu machen.

In über vier Jahrzehnten hat die Stasi eine ganze Reihe an verschiedenen Aktenkategorien gebildet, die ihre Informationssammlung und Aufgabenstellung reflektieren. Dazu gehören IM-Akten, der "Operative Vorgang" (OV), die "Operative Personenkontrolle" (OPK), Kader-Akten oder die "Geheime Ablage". Auch seltene und eher unbekannte Aktenkategorien wie der "Zelleninformator" lagen in der Sammlung in Nachbildung aus.

Die Sammlung wird fortan regelmäßig erweitert und ist ein vertiefendes Angebot zur Ausstellung "Einblick ins Geheime". Die Ausstellung ist täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.

Die Beispielakten sind den Originalen nachempfunden. Dafür waren eine Reihe von Arbeitsschritten notwendig. Insbesondere der Umgang mit sensiblen und persönlichen Daten erforderte ein sorgfältiges Vorgehen. Zum Beispiel wurden Einwilligungen von Betroffenen und Personen der Zeitgeschichte eingeholt, um die entsprechende Passagen veröffentlichen zu können. Dort, wo diese Einwilligungen nicht vorlagen, wurden Anonymisierungen (Schwärzungen) vorgenommen. Die Akten selbst wurden in unserer Restaurierungswerkstatt hergestellt.

Eine kleine Broschüre zu jedem Vorgang liefert Hintergrund zu seinen Inhalten und dem Archivbestand, dem er entstammt. Wer mehr Kontext braucht, findet einen kleinen Handapparat an Fachliteratur und historischen Einordnungen aus der Forschungsabteilung des BStU.