Der US-amerikanische Künstler Dean Reed reiste im Jahr 1972 zu Dreharbeiten für den Film „Aus dem Leben eines Taugenichts“ in die Deutsche Demokratische Republik (DDR) ein. In diesem Jahr legte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) die vorliegende Akte an. In ihr sind verschiedene Dokumente zu Reeds Person in nicht chronologischer Reihenfolge abgelegt. Diese umfassen insbesondere die Berichte mehrerer inoffizieller Mitarbeitender (IM). Zudem ist die Darstellung einer Polizeikontrolle abgeheftet, in welche das sozialistische Idol im Jahr 1982 geraten und dann mit Beschimpfung von Polizisten aus der Rolle gefallen war.
Mehrere Berichte des IM „Frank Riegk“ legen nahe, dass Dean Reed Mitte der 1980er-Jahre eine Rückkehr in die Vereinigten Staaten plante. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Dean Reed nahm sich im Juni 1986 im Zeuthener See das Leben. Sein Tod löste viele Spekulationen über eine mögliche Beteiligung der Stasi aus. (Die Unterlagen zur Todesfallermittlung sind nicht Teil dieser Akte und finden sich daher auch nicht in der Beispielakte.)
Im hinteren Teil der Akte ist durch Kopien dokumentiert, dass die Stasi den US-Amerikaner im Jahr 1977 als inoffiziellen Mitarbeiter anwerben wollte. Nach einigen Gesprächen lehnte dieser den weiteren Kontakt mit der DDR-Geheimpolizei jedoch ab und beschwerte sich an höchster politischer Stelle über das Vorgehen der Stasi-Offiziere. Der Werbungsversuch wurde daraufhin abgebrochen

Aktendeckel der Potsdamer Ablage zu Dean Read
Laufzeit: 1972–1986
Umfang: 1 Band, 55 Blatt
Quelle: BArch, MfS, BVPdm., Abt.XX, ZMA SPf, Nr. 516.
