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Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), kurz Stasi, nahm in der DDR die Funktionen eines Geheimdienstes und die einer Geheimpolizei wahr. Geheimdienste gibt es in vielen Staaten. Sie haben die Aufgabe, Gefahren für das eigene Land im Ausland aufzuspüren. Eine Geheimpolizei gibt es fast ausschließlich in Diktaturen. Sie hat die Aufgabe, die eigenen Bürgerinnen und Bürger zu kontrollieren und Gefahren für das herrschende Regime auszumachen. Dabei ist sie nur den Machthabenden Rechenschaft schuldig und umgeht Gesetze, an die sich die normale Polizei halten muss.

Ihren Hauptsitz hatte die Staatssicherheit in der Magdalenenstraße in Berlin-Lichtenberg. Anfänglich kaum beachtet drückte die Stasi-Zentrale dem Viertel nach und nach ihren Stempel auf. Immer mehr Gebäude und Grundstücke im Bereich der Rusche-, Normannen- und Magdalenenstraße wurden bebaut und eingegliedert, denn die stark wachsende Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern benötigte immer mehr Büroflächen und Parkplätze.

7.000

hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des MfS arbeiteten in tausenden Büros in rund 50 Gebäuden auf dem Gelände der Stasi-Zentrale.

 

Von hier aus organisierten sie u.a. den Repressionsapparat. Dieser erstreckte sich über die Bezirksverwaltungen und Kreisdienststellen für Staatssicherheit weit in die DDR-Bezirke hinein.

Die ehemalige Stasi-Zentrale

In "Haus 7" saß die Hauptabteilung XX. Sie überwachte wichtige gesellschaftliche Bereiche wie das Gesundheitswesen, die Justiz oder die Kultur. Darüber hinaus war sie federführend in die Bekämpfung der Oppositionsbewegung in der DDR eingebunden. Heute beherbergt das Gebäude Büroräume von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stasi-Unterlagen-Archivs.

Gleich nebenan in "Haus 8" und "Haus 9", vor der Außenwelt verborgen, befand sich seit 1984 der Wissensspeicher des Ministeriums für Staatssicherheit. Vorläufig abgeschlossene Fälle legten die MfS-Offiziere in diesen beiden Archivgebäuden ab. Hier wurden zentral die zusammengetragenen Informationen von Millionen von Menschen organisiert und über ein komplexes Karteisystem miteinander vernetzt. Die Ergebnisse nutzten dann Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einzelbereiche für geheimpolizeiliche Maßnahmen.

Die Öffnung der Akten

Im Zuge der Friedlichen Revolution 1989/90 drängten couragierte Bürgerinnen und Bürger auf das Gelände und trugen dazu bei, das Wirken der Stasi und die Vernichtung der Unterlagen zu beenden. "Freiheit für meine Akte" war dabei eine zentrale Forderung der Bürgerrechtsbewegung. Damit verbunden war der tief sitzende Wunsch vieler Menschen, darüber Kenntnis zu erhalten, welche Informationen die Stasi über sie gesammelt hatte.

Ort der Repression, der Revolution und der Aufklärung

Heute bilden die Hinterlassenschaften des MfS eine Grundlage zur gesellschaftlichen und juristischen Aufarbeitung der SED-Diktatur. Gemeinsam mit weiteren Akteuren auf dem Gelände wird der Ort zu einem Campus für Demokratie.

Stasi-Museum

Im ehemaligen Dienstsitz des Ministers für Staatssicherheit, dem Haus 1 - einem der zentralen Orte des Repressionsapparates - befindet sich seit 1990 das Stasi-Museum. Die 2014 von der ASTAK e.V. und der Stasi-Unterlagen-Behörde gemeinsam erstellte Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" veranschaulicht Struktur, Methoden und Wirkungsweise der DDR-Geheimpolizei. Das Büro von Stasi-Chef Erich Mielke, die Arbeitsräume seiner engsten Mitarbeiter und der Konferenzsaal sind weitgehend im Originalzustand erhalten.

Weitere Informationen: Staatssicherheit in der SED-Diktatur

Open-Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall"

Die Dauerausstellung im Innenhof des Geländes dokumentiert die wichtigsten Stationen der Freiheitsrevolution in der DDR - von den Anfängen des Protests über den Mauerfall bis zur Deutschen Einheit. Im Mittelpunkt stehen jene Menschen, die die Revolution vorantrieben und die kommunistische Diktatur zu Fall brachten. Besucherinnen und Besucher können sich von einem Audioguide durch die Ausstellung führen lassen.

Weitere Informationen: Open-Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall"

Schulprojekte

Zur Aufklärung über Repression und Widerstand bietet das Stasi-Unterlagen-Archiv auf dem 20 Hektar großem Areal Projekte für Schulen an. Sie bieten die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung über Diktatur, Demokratie und Menschenrechte.

Weitere Informationen: Bildungsangebote des Stasi-Unterlagen-Archivs