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Ein Ausschnitt aus der Akte. Zu sehen ist ein Formblatt eines Treffberichts des IM "Michael". Er traf sich am 7.2.1984 im Sportforum mit dem Mitarbeiter Schiemenz. Beim Treff ging es um Ordner des BFC Dynamo und das Sicherheitskonzept des Vereins.

Der archivierte Inoffizielle Mitarbeiter „Michael“

1983 unterschrieb Bernd-Peter Kempke seine Verpflichtungserklärung für eine inoffizielle Mitarbeit beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und suchte sich dafür den Decknamen „Michael“ aus. Kempke war seit 1982 als Fanbetreuer beim Berliner Fussballclub (BFC) Dynamo angestellt und hatte durch diese Arbeit einen besonderen Zugang zu den jungen Fans des Vereins.

„Michael“ wurde eingesetzt als „Inoffizieller Mitarbeiter zur politisch-operativen Durchdringung und Sicherung des Verantwortungsbereichs (IMS)“. Hinter dieser sperrigen Bezeichnung verbarg sich unter anderem die konkrete Aufgabe, vermeintlich verdächtige Personen „unter Kontrolle“ zu halten. So übergab „Michael“ seinem Führungsoffizier Namenslisten von Fanclubmitgliedern und Personal des Ordnungsdienstes sowie persönliche Daten von weiblichen Fans, die dem Hörensagen nach Beziehungen mit West-Berlinern hatten.

Sein letzter Treffbericht in der Akte ist auf den April 1985 datiert. Danach wurde „Michael“ nicht mehr als IMS eingesetzt. Laut Bericht seines Führungsoffiziers hatte Kempke mittlerweile ein grundsätzliches Problem mit „Handlungen und Aktivitäten“ der Geheimpolizei im Zusammenhang mit den Spielen des BFC Dynamo.

Ein oranger Aktendeckel mit der Aktensignatur auf einem aufgekbten Zettel des Bundesarchivs. Auf dem Aktendeckel finden sich Registriernummer, Archivsignatur und der Deckname "Michael" sowie eine große aufgedruckte römische eins.