Herbert Drasdo gehörte zu den wenigen Stasi-Mitarbeitenden, die Erich Mielke nahezu von Anfang bis Ende seiner Karriere begleitet haben. Bereits 1954 wurde er persönlicher Leibwächter des späteren Ministers für Staatssicherheit. Er blieb es fast durchgehend bis 1989.
Drasdos Laufbahn beim Ministerium für Staatssicherheit begann im Jahr 1952 in der Kreisdienststelle Delitzsch nahe Leipzig. Bereits zwei Jahre später wurde er im Personenschutz in der Berliner Zentrale eingesetzt. Nach kurzer Zeit wurde er dort Leibwächter Erich Mielkes, der zu diesem Zeitpunkt noch Stellvertreter des damaligen Ministers, Ernst Wollweber, war.
1962 heiratete Drasdo Ursula Bischoff, die im Vorzimmer des Ministers tätig war und bald zu dessen Chefsekretärin befördert wurde. Drasdo selbst stieg in seiner Dienstzeit zum stellvertretenden Unterabteilungsleiter im Rang eines Majors auf, blieb aber – mit kurzen Unterbrechungen – persönlicher Begleiter Erich Mielkes.
Die vorliegende Akte zeichnet diesen Karriereweg nach und gibt Auskunft über die beruflichen Stationen Herbert Drasdos sowie seine Beförderungen und Auszeichnungen. Sie zeigt außerdem, wie streng die Stasi das engste Umfeld der eigenen Mitarbeitenden überwachte und durchleuchtete.
Die Kaderakte zu Herbert Drasdos Ehefrau, Ursula Drasdo, befindet sich ebenfalls in der Beispielaktensammlung.
Weitere Informationen und Beispiele zu hauptamtlichen Mitarbeitenden der Stasi finden Sie in unserer Themenmappe:

Aktendeckel der Kaderakte zu Herbert Drasdo, Laufzeit: 1952–1990
Umfang: 193 Blatt
Quelle: BArch, MfS, KS, Nr. 26387/90
