Der Bezirk Berlin-Lichtenberg ist bis heute stark vom vormaligen Ministerium für Staatssicherheit geprägt. Neue Formate zur Lokalgeschichte widmen sich dessen Spuren.
Eine Führung um die ehemalige Stasi-Zentrale beleuchtet am 8. September 2026 den Ort und sein Umfeld aus unterschiedlichen Perspektiven: als Macht- und Verwaltungszentrum der Staatssicherheit, als Schauplatz der Friedlichen Revolution in den Jahren 1989/90 und schließlich als heutigen Lern- und Erinnerungsort. Eine kürzere Führung am 9. September 2026 nimmt vor allem die Arbeit des Stasi-Unterlagen-Archivs in den Blick und informiert am Beispiel des Offiziers Werner Teske über das oftmals in Lichtenberg wohnhafte Personal.
Mit dem Schicksal von Werner Teske, gegen den das letzte Todesurteil der DDR verhängt wurde, befasst sich am 9. September 2026 auch eine Schulklasse im Rahmen eines Akten- und Filmworkshops.
Am Abend des 9. September 2026 lädt das Stasi-Unterlagen-Archiv dann zur Vorführung des Spielfilms „Nahschuss“ mit Lars Eidinger ein. Er ist angelehnt an den „Fall Teske“ und zeigt, wie Misstrauen, Kontrolle und Loyalitätszwang innerhalb des Machtapparats wirkten. Im Anschluss sprechen die Filmemacherin Franziska Stünkel und Prof. Daniela Münkel (Bundesarchiv) über den Film, die historischen Ereignisse und den Umgang mit der Stasi-Hinterlassenschaft.
Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statt. Mit der Reihe „Mein Kiez. Geschichte(n) des geteilten Berlins“ nimmt er in den Blick, wie sich die kommunistische Diktatur und die Teilung der Stadt auf das alltägliche Leben in den einzelnen Berliner Ortsteilen auswirkten.
Eine Voranmeldung zu den Führungen ist notwendig und möglich unter: Einblick-ins-geheime@bundesarchiv.de oder telefonisch unter 030 18 665-6770. Die Anzahl der Teilnehmenden ist jeweils auf 20 Personen beschränkt.
Luftbild über Lichtenberg, Quelle: BArch,MfS,VRD,Fo 55, Bild 1