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Gescheiterte Flucht: Talk zur Präsentation neuer Beispielakte

Der Jugendliche Uwe Mälck reiste im Sommer 1988 aus seiner Heimatstadt Schwerin in die Volksrepublik Bulgarien. Von dort wollte er mit einem Freund über die Grenze nach Griechenland fliehen. Der Versuch misslang. Bulgarische Sicherheitskräfte griffen ihn auf und führten ihn zurück in die DDR. Anstelle des ersehnten Westens folgte die Stasi-Haft.

Im Beispielakten-Talk am 28. September schilderte Mälck sehr persönlich und offen, warum er sich zur Flucht aus der DDR entschied, wie seine Vorbereitungen aussahen und welche Tortour er in Bulgarien und der DDR nach dem Aufgriff erlebte. Die Stasi hatte in langen Verhören mögliche Mitwisser von seiner Flucht zu identifizieren versucht. Der damals 19-Jährige hielt diesem Druck stand und gab keine Namen preis. Erst mit dem Freikauf in den Westen und einem Neustart in Ulm fand sein Freiheitswunsch ein positives Ende. Nach der Deutschen Einheit kehrte er in den Norden zurück und half dort beim Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen mit.

Corinna Kalkreuth, Leiterin des Stasi-Unterlagen-Archivs in Schwerin, ordnete die Erlebnisse historisch ein und berichtete, wie sie Mälck kennenlernte und warum sie im Rahmen ihrer historisch-politischen Bildungsarbeit heute gern mit ihm als Zeitzeugen zusammenarbeitet.

Der nächste Beispielakten-Talk ist für den 30. November 2026 geplant. Der Historiker und Geheimdienstexperte Prof. Dr. Krieger wird mit Frau Prof. Dr. Münkel vom Stasi-Unterlagen-Archiv zu Aspekten der Kaderakte von Geheimdienstchef Markus Wolf ins Gespräch kommen.